In zahlreichen Pfarrkirchen dieses Landes sind die Spuren ihrer mittelalterlichen Entstehungszeit noch ablesbar. Das liegt zu einem nicht geringen Anteil an den bemerkenswert gut erhaltenen Ausstattungsstücken, die zumeist die Glanzzeit der brandenburgischen Kunstproduktion wiederspiegeln. Unter ihnen befinden sich auch viele Chorgestühle, die selbst stürmische Zeiten wie die lutherische Reformation überdauerten und sogar weiterhin benutzt wurden – teilweise bis in die heutige Zeit.

Wer mehr über die Gestühle und ihre Geschichte in der nachreformatorischen Zeit erfahren möchte, findet einen allgemeinverständlichen Überblick in meinem Aufsatz Pragmatische Toleranz – Das Chorgestühl im protestantischen Kirchenraum, 2014 erschienen im Heft der Offene Kirchen. Er kann hier heruntergeladen werden: http://www.altekirchen.de/ok-artikel/2014_87-89.pdf

Denjenigen, die besonderes interessiert sind an den theologischen, kunsttheoretischen und denkmalpflegerischen Debatten des 19. Jahrhunderts und deren Einfluß auf die Chorgestühle im nunmehr Preußischen Königreich sei der ausführliche Aufsatz im Jahrbuch für Brandenburgische Landesgeschichte, Bd. 64 (2013), S. 107-129 ans Herz gelegt.